Fretless Bässe

Als Fretless Bässe werden E-Bässe oder Akustik Bass bezeichnet, bei denen die Bünde fehlen. Fretless Bässe überzeugen vor allem durch einen einprägsamen Klang, der sich während des Spiels ergibt.
Durch die Fretless Bässe ist es darüber hinaus auch möglich die Töne nahtlos in eine Verbindung zu bringen und die so genannten Glissandi zu erzeugen. Das Griffbrett der Fretless Bässe ist im Übrigen dem der Kontrabässe sehr ähnlich. Die Orientierung auf dem Griffbrett dieses Musikinstruments wird insbesondere erleichtert durch die so genannten „Lined Fretless“-Ausführung. Diese sind an den Stellen eingelegt, an denen sich die hellen Holz- oder Plastikstreifen im Griffbrett befinden. Hier befindet sich bei anderen Bassvariationen die Bünde. Bei den Fretless Bässen befinden sich die Markierungen allerdings nicht direkt auf dem Griffbrett. Zu finden sind sie an der zum Spieler gerichteten Kante. Diese sind dabei genau auf den Tönen angeordnet.

Fretless Bässe waren eher eine Zufallsentdeckung, bzw. – entwicklung. Im Jahr 1966 nahm nämlich Rolling Stones Bassist Bill Wyman eine Single auf (Paint It, Black) und zwar mit einem Bass, dem er eigenhändig die Bünde entfernt hatte. Im Bezug auf die Verbreitung der Fretless Bässe hat aber insbesondere Bassist Jaco Pastorius Pionierarbeit geleistet. Und zar entfernte auch dieser in den 1970er Jahren von seinem Jazz Bass die Bünde und füllte die Fugen mit Holzkitt auf. Das Griffbrett versiegelte er mit Bootslack. Ein neues Musikinstrument war damit geboren. Auf diese Weise erreicht der Bassist insbesondere eine neue Spielweise mit seinem Bass. Der Bass wurde nämlich durch die Herausnahme der Bünde zu einem Melodie-Instrument. Bassist Jaco Pastorius und Bill Wyman eiferten in der Folgezeit noch weitere Bassisten nach, wie Dominique DiPiazza, Richard Bona und Hadrien Feraud. Fretless Bässe gibt es mit vier Saiten, mit fünf Saiten und sechs Saiten und auch als Sonderanfertigung.