Singende Säge

Obwohl sie vermeintlich eines der ältesten Instrumente der Welt ist, genießt sie nach all den Jahren immer noch den Status eines Exoten – die singende Säge. Vor einigen Jahrhunderten entstanden, hat sie wohl ihren Ursprung in Südamerika, wo bereits damals harte körperliche Arbeit mit musikalische Untermalung erleichtert werden sollte. Auf der Idee basierend, Werkzeuge auch für die Musik einzusetzen, dürfte dieses ungewöhnliche Instrument entstanden sein.

Die Tonerzeugung der singende Säge basiert auf der Schwingungsfähigkeit des Sägeblattes, welches im Regelfall durch einen klassisches Streicherbogen, manchmal jedoch auch durch Percussionsklöppel zum Erklingen gebracht wird. Der Klang der singenden Säge umfasst dabei meist nur gut eine Oktave, unterschiedliche Tonhöhen lassen sich dabei durch das Verbiegen der Säge und somit der Änderung ihrer Resonanzfähigkeit herbeiführen. Vor allem in der neuen, ernsten Musik hat die singende Säge zunehmend einen Platz eingenommen, der ihr auch durch spezielle Kompositionen von eher experimentellen Komponisten zugesichert.

Ihren Weg in klassische Orchester oder auch der regelmäßige Einsatz einer singenden Säge im Rock- und Popbereich ist bis zum heutigen Tag jedoch eher eine Seltenheit. Auch gibt es kaum klassische Lehrmöglichkeiten, das Spielen der singenden Säge hierzulande zu erwerben, so dass sie meist eher als Percussionsinstrument eingesetzt wird, um hohe, diskrete Töne zu erzeugen. Spieler der singenden Säge arbeiten hierbei jedoch nicht mit handelsüblichen Sägen, sondern meist mit speziellen Sägeblättern, denen die Sägezähne fehlen, was für einen volleren Ton und auch für eine größere Haltbarkeit des Instrumentes sorgt. Auch für den Laien, der das Spielen eines Streichinstrumentes gewohnt ist, kann eine singende Säge jedoch eine gelungene, musikalische Abwechslung sein.