Zupfinstrumente

Im großen Kreis der Saiteninstrumente nehmen die Zupfinstrumente eine gesonderte Stellung ein. Im Vergleich zu klassischen Streichinstrumenten wie E-Geigen oder E-Cello ist bei Zupfinstrumenten die Spielweise entscheinend, bei der die Tonerzeugung nicht durch einen Bogen, sondern durch das Antippen und Anzupfen der Saiten geschieht – im Regelfall durch die Finger oder ein Plektrum.

Viele Zupfinstrumente besitzen dabei eine weit ältere Tradition als andere, populäre Instrumente der heutigen Zeit. So waren bereits im Mittelalter die Laute oder Harfen ein beliebtes Instrument vieler Spielleute. Im Bereich des südlichen Europas machte sich ebenfalls durch einheimische Folklore Musik breit, die durch Zupfinstrumente gespielt wurde, beispielsweise durch Zithern oder Mandolinen.

Das Prinzip der Tonabnahme bei Zupfinstrumenten ist nicht einheitlich, erfolgt aber im Regelfall über einen hölzernen Korpus. Am weitesten verbreitet sind hierbei die Resonanzleitung über den Steg bei sämtlichen gitarrenähnlichen Musikinstrumenten oder über das Rahmenwerk der Musikinstrumente, vor allem bei Zithern und vergleichbaren Instrumenten. In der klassischen Orchesterbesetzung der heutigen Zeit ist die Harfe das einzige Instrument dieser Gattung, welches noch regelmäßigen Einsatz findet. Sämtliche anderen Zupfinstrumente werden oftmals traditionell in Folklore oder regionalen Orchestern eingesetzt, sind jedoch nicht weltweit ausgebreitet.

Die Bezeichnung der Zupfinstrumente schließt hierbei letztlich klassische Gitarren oder auch andere klassische Streichinstrumente nicht aus, die auch gezupft gespielt werden können. Selbst das im Barock aufgekommene Cembalo könnte als ein solches angesehen werden, wird aber aufgrund seines Corpus eher zu den Tasteninstrumenten gezählt.